Grüner Wald, graue Straße oder roter Tartan:

Die Vielfalt der Laufuntergründe im Überblick

Viele Läuferinnen und Läufer schnüren ihre Schuhe, öffnen die Tür und starten ihren Lauf auf eben jenem Untergrund, der vor der Haustür wartet. Oftmals ist das hier in der Region der graue Asphalt der Straße oder des Radwegs sowie Waldwege, gespickt mit Tannennadeln und einigen Wurzeln. Neben diesen beiden klassischen Laufuntergründen findet sich dazu noch der Underdog für viele Langstreckenläufer- die 400 Meter lange Tartanbahn in einigen Stadien.

Bei näherer Betrachtung dieser drei möglichen Laufuntergründe werden schnell signifikante Unterschiede sowie Vor- und Nachteile deutlich.

Der Asphalt

Ob Radweg oder Straße, der graue Untergrund aus Asphalt ist überall zu finden. Läuferinnen und Läufer haben einen sicheren Untergrund ohne potenzielle Gefahrenquellen wie etwa Wurzeln oder plötzliche Absenkungen des Bodens. Das ermöglicht sicheres und schnelles Laufen, auch bei schlechteren Wetterbedingungen wie Regen und oftmals auch zu frühen oder späten Uhrzeiten, wenn die meisten Straßen beleuchtet sind.

Für Läuferinnen und Läufer mit etwa Gelenkproblemen wird der Asphalt bei längeren
Läufen und auf Dauer jedoch oft zum Problem- der Straßenbelag ist einer der härtesten Untergründe und das bekommen die Läuferinnen und Läufer letztlich auch zu spüren, in den Gelenken oder auch den Muskeln.

Um die Gelenke zu schonen und Läufe auf Asphalt angenehmer zu gestalten ist die richtige Laufschuhwahl von großer Bedeutung: Gut gedämpfte Schuhe, die für längere Strecken ausgelegt sind, machen den Lauf auf Asphalt zu einem angenehmeren Erlebnis.

Dennoch ist ein Tapeten-, oder hier eben Untergrund, -wechsel hin und wieder von Vorteil. Einerseits entlastet ein anderer Untergrund den Körper, andererseits werden auf anderen Untergründen andere Muskeln, aber auch Gehirnregionen geschult.

Der Waldweg

In der näheren Umgebung finden sich oftmals schöne, befestigte Waldwege, die sich für viele Läufe eignen. Der natürliche Boden im Wald bietet eine angenehme Dämpfung, frische Luft und das Naturerlebnis runden einen Lauf im Wald ab. Die Waldwege bieten
abwechslungsreiche Strecken ohne viele Begegnungen und haben oft eine erholende Wirkung.

Nachteile beim Laufen auf Waldwegen sind unter anderem das höhere Unfall- und Verletzungsrisiko aufgrund des sich stets ändernden Untergrunds, etwa mit Wurzeln und Steinen oder auch die im Vergleich zur Straße eingeschränktere Nutzungsmöglichkeit.
So weicht der Waldboden bei schlechtem Wetter auf, es wird rutschiger und auch schmutziger. Laternen findet man im Wald eher selten und möglicherweise vergisst man während eines Running-Highs auch mal welcher Weg zurück jetzt der richtige wäre- der
linke oder doch der rechte?

Die richtige Laufschuh-Wahl für Waldläufe ist wichtig, der Schuh sollte eine gute Sohle mit Grip haben und Läuferinnen und Läufern Halt bieten. Abhängig von den Wegen, die gelaufen werden sollen, ist ein Trailrunning-Schuh möglicherweise eine Option. Für
frühe, späte oder winterliche Uhrzeiten kann das Laufoutfit mit einer Stirnlampe ergänzt werden und die sichere Orientierung mit einer Laufuhr mit GPS-Funktion gesichert werden.

Der Tartan

Die Heimat der Leichtathletik ist die Tartanbahn, die äußerst vielseitig genutzt wird. Hier werden 100 Meter gesprintet, Latten mit oder ohne Stab überwunden und Mehrkämpfe in sieben oder zehn Disziplinen ausgetragen. Aber auch längere Strecken sind auf der
meistens roten Bahn zuhause- die längste Strecke, die man auch bei olympischen Spielen im Stadion auf der Bahn finden kann sind die 10.000m. Die Läuferinnen und Läufer müssen 25 Stadionrunden a 400m absolvieren, um 10km zu erreichen.

Der Untergrund aus Kunststoff bietet eine angenehme Dämpfung (man beachte, dass es bei Tartanbahnen auch „harte“ und „weiche“ Bahnen gibt, wobei für Wettkämpfe die harten und somit schnelleren bevorzugt werden) und, sollte die Laufuhr einmal doch
keinen Akku mehr haben, eine gute Möglichkeit die gelaufene Strecke zu tracken. Hier sind Tempoläufe und Intervalle gut zu laufen, der Untergrund ist für Geschwindigkeit ausgelegt und kürzere Distanzen sind einfach zu erkennen. Viele Stadien haben außerdem eine Flutlichtanlage, sodass das Laufen fast immer möglich ist.

Für Langstreckenläuferinnen und -läufer kann die für sie kurze Runde (Leichtathletinnen und Leichtathleten würden das anders sehen) schnell langweilig und monoton werden, mehrmals in der Woche lange Distanzen oder gar Marathontraining auf der Bahn sind
daher eher keine Option . Auch wenn die Kunststoffbahn für jedes Wetter geeignet ist, sollte beachtet werden, dass der Tartan nass rutschig werden kann.

Für die schnelleren Einheiten auf der Bahn sind weniger gedämpfte Schuhe ein Vorteil, bei Regen sollten Läuferinnen und Läufer jedoch darauf achten, dass das Profil des Schuhs mit der nassen Bahn kompatibel ist.

Fazit

Laufen ist prinzipiell auf fast jedem Untergrund möglich, abhängig von den Zielen der Läuferinnen und Läufer. Regelmäßige Abwechslung der Untergründe ist für den Körper und auch den Kopf von Vorteil und hilft auch dabei die Motivation und den Spaß zu
steigern. Besonders für Läuferinnen und Läufer mit beispielsweise Gelenkproblemen kann ein Überdenken und Anpassen des Untergrunds helfen. Letztlich ist wichtig, dass Läuferinnen und Läufer ihre Präferenzen kennenlernen und dort laufen, wo sie sich
wohlfühlen und dass eine Beratung den passenden Schuh für den passenden Untergrund herausfiltert.

Lea Jung